Bald isch Fasnacht

Kinderfasnachts-Umzug am Donnerstag 23.2. in Aesch

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D’ Fasnacht

Theobald Baerwart
(us ‚Im diefschte Glaibasel‘, Pharaos Verlag Basel) 

Rädäbau, rädäbau, si kemme,

Si sin uff der alte Brugg.

«I glaub, es sin d’Glaibasler»,

Sait ain und druggt mi zrugg.


Me heert e verlore Trummle,

’s sin d’Märmeli, wo si schlehn,

Und iber de Kepf d’Ladärne

Schwanggt farbig, gross und scheen.

Es schneielet e bitzli

Und ’s goht e-n-ysige Wind;

Vo hinde schupft e Mueter

Ewägg mi wäge-n-em Kind.

« Stand numme wyter fire »,

Sait si, «my liebe Schatz,

Wenn dä do nit so digg war,

Se hätt i au no Platz.»
 

I schwyg, wil alles Schwätze

By sonige Lyt nyt nutzt,

Und lueg, wie ’s Glai am Ermel

sy Schnudernase butzt.

 
Scho heer i d’Trummle sterger

Und gseh drei Ryter koh,

Do mues so-n-e kaibe Drotschge

Grad vor mi ane stoh.

«Wenn numme der Deifel holti

Das Faschtewaihegstell

In däm Kare!» so dängg i by mer,

– Und jetz bricht’s los wie d’Hell.

’s bricht los us fuffzäh Trummle;

Der Zug kunnt in d’Ysegass

Und donneret zem Gyxe-n-und Schreie

Sy fundamäntale Bass.

Und d’Schybe gläppere-n-um mi,

Der Drotschgegaul wird schych,

E Domino duet en hebe –

Das isch mir alles glych.

 
I heer numme trummle-n-und trummle,

Es bruust mer e Sturm im Ohr;

Si trage d’Ladärne dure,

I gseh der Damburmajor.

Er lauft wie-n-e Halbgott im Sänggel

Mit stolzem Cäsareschritt,

Und jetz kemme d’Trummler; es paggt mi,

I lauf hindrem Zigli mit.

Konfetti schneie-n-uff mi

Und e Luftschlang trifft mi au,

I heer nur e sälige Rhythmus:

Rädäbau, rädäbau, rädäbau!

Kai Druggete gseh-n-i meh um mi,

I heer nit, wie’s rährt und pfyfft;

In der Bruscht aber gspyr i wie ’s Trummle

Ins Härz mer ynegryfft.

Zer Wiehnacht

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Wenn de haimkunsch, isch’s scho dunggel,
und e Kerze brennt am Kranz,
luegsch an d‘Fänschter –  ai Gefunggel,
vo de Silberstärnli irem Glanz.

S‘schmeggt no Wald und brennte Mandle,
Tannerys ligt bunt verschtreut.
Und di Frau duet di behandle,
als ob si e Paziänt betreut.

In dr Kuchi duftet‘s heerlig,
nonem feynschte Guzzidaig,
doch de bisch dört schnäll entbeerlig,
well‘s ‚…zem Gluschte zwenig haig…‘.

Also gosch ganz schnäll in Käller,
schliesslig sottisch no an d‘Segg;
laufsch zem Kaschte mit de Täller
aber scho schreit‘s: ‚Hände weg!‘

 Äntlig gosch verschteert uf‘s Hysli,
iberal sunscht isch dr kalt.
und denn plözzlig schaltet‘s lysli –
will di Aug uf dr Kaländer fallt!

 Erscht Advänt‘ stoot groos do gschriibe
d‘Wiehnachtszyt sait hüt sich ah,
– jezzt verschtosch das aige Triibe,
wo di het empfange gha.

 Bald isch Santiglaus und Wiehnacht,
bald scho glänzt dr Tannebaum.
Bald git‘s Bschärig, bald git‘s Andacht,
wie in dunggler Nacht e Traum.

 Gschänggpapiirli, Wullesogge,
Sydebändel, s‘gueti Gschirr,
d‘Wiehnachtgschicht und Kircheglogge,
s‘Wiehnachtsschtügg uf am Klavier!

 Und vor lutter Fraid und Helge,
bim Dradängge an die Pracht,
Überhörsch no fascht bim Schwelge,
wie‘s vo dusse rieft: S‘git z‘Nacht!
Christoph Zacher 1987

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